Weinetiketten – wie das Design unser Kaufverhalten beeinflusst

Der Sommer ist mittlerweile vorbei und der Herbst nimmt langsam Fahrt auf. Neben typischen kulinarischen Highlights wie Zwiebelkuchen und Kürbismarmelade, steht der Herbst
vor allem für die Zeit der Weinlese, die bereits in vollem Gange ist. Warum die Weinernte dieses Jahr so früh fällt und welche Folgen das für die Winzer und auch die Käufer und Ihr Kaufverhalten hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Design und Gestaltung – ran an die Weinetiketten

Wenig Niederschlag und extrem heiße Temperaturen werden wohl auch dieses Jahr wieder zu einer verfrühten Weinlese führen. Aber nicht nur das: Auch eine niedrigere Qualität und erhöhte Preis sind Folgen des extremen Klimas in den letzten Monaten. Da wird es für die Winzer natürlich umso schwieriger, ihre Weine an den Mann zu bringen. Aber zum Glück wissen sich die Hersteller seit jeher eine ganz bestimmte Sache zu Nutze zu machen.
Und zwar das Etikett. Mithilfe des Designs können die Konsumenten gezielt auf bestimmte Produkte aufmerksam gemacht und zum Kauf animiert werden. Und mal Hand aufs Herz: Wie oft fällt die Entscheidung beim Weinkauf auf die Flasche, die Ihrer Meinung nach das schönste Etikett hat?
Auch der preisliche Aspekt spielt bei der Gestaltung des Etiketts eine Rolle. Eine Studie des Stanford California Institute of Technology fand heraus, dass Weinflaschen, welche optisch teurer aussehen, als qualitativ hochwertiger eingestuft werden.
Solche Effekte erzielt man beispielsweise durch eine moderne Schrift, ein schickes Motiv oder goldene Verzierungen. Ein weiterer beliebter Trick ist auch ein fühlbarer 3D-Effekt in der Schrift, welcher die Flasche extrem aufwertet. Oftmals finden sich auch kleine Texte zur Herkunft des Weines oder der Weinerei selbst auf den Flaschen.

Viele Hersteller lassen Ihre
Weinetiketten sogar von berühmten Designern entwerfen, um besondere Aufmerksamkeit auf Ihre Produkte zu lenken. Philippine de Rothschild, eine französische Unternehmerin und Eigentümerin des Weingutes Chateau Mouton-Rothschild, überließ das Etikettendesign für ihren 2009er Jahrgang einem bekannten indischen Künstler und Rotweinfreund. Im Jahr zuvor durfte der chinesische Künstler Xu Lei Hand an die Flaschen anlegen. Nach Bekanntgabe schossen die Preise für den Rotwein um 200 % in die Höhe – und das noch vor Verkaufsstart.

Die bekannte Rock-Band AC/DC hat zum Beispiel mit einem der bekanntesten Weingüter Australiens eine eigene Weinlinie kreiert und sich kurzerhand selbst auf die Etiketten abdrucken lassen. Aber auch klassische Malereien bekannter Künstler wie Pablo Picasso, Jackson Pollock oder Andy Warhol sind beliebte Motive. Da kann eine Flasche schnell mal Sammlerwert erreichen. Aber natürlich geht’s auch ohne aufwendige Bilder oder Malereien! Ein Pfälzer Weingut beispielsweise begeistert immer wieder mit lustigen oder ironischen Sprüche auf dem Weinetikett.


Unser Tipp:
Sie sind regionaler Winzer und produzieren im kleinen Rahmen Ihren eigenen Wein? Hier kommen Sie zu Flaschenetiketten aus Papier, welche sich mit jedem handelsüblichen Inkjet-Drucker, Laserdrucker oder Kopierer beschriften lassen.

Und was muss laut Gesetz aufs Etikett? Exkurs ins deutsche Weinrecht

Wie für fast alle Lebensmittel, gibt es auch für Weine bestimmte Richtlinien und Gesetze, an die sich jeder Winzer bei der Etikettierung seiner Flaschen halten muss. Grundsätzlich gilt: Alle Weinbehältnisse mit weniger als 60 Liter Inhalt müssen etikettiert sein.

Das heißt: Jede Weinflasche im Handel benötigt ein Weinetikett! Laut aktueller Weinmarktverordnung werden alle aus Deutschland stammenden Weine
in vier Qualitätsstufen eingeteilt. Für alle Qualitäten sind die folgenden Angaben auf dem Etikett unabdingbar:

  • Qualitätsstufe/Güteklasse
  • Herkunftsangabe (abhängig von der Qualitätsstufe)
  • Abfüller
  • Alkoholgehalt
  • Nennvolumen
  • Loskennzeichnung
  • Amtliche Prüfungsnummer
  • Sulfite oder Eiweißpräparate

Deutscher Wein

Die unterste Güteklasse bezeichnet man hierzulande als sogenannten deutschen Wein, früher auch Tafelwein. Die Vorgabe für diese Weinsorte ist, dass die gelesenen und gekelterten Trauben nur aus deutschem Anbau und zugelassenen Rebsorten stammen dürfen.
Für das Weinetikett gilt: Das Anbaugebiet muss genannt sein, wohingegen die Orts- oder Lageangabe nicht zwingend erforderlich ist. Da dieser Wein oftmals aus Trauben verschiedener Jahrgänge gemischt wird, finden sich auf dem Etikett im Normalfall weder Rebsorten- noch Jahrgangsangaben.

Deutscher Landwein

Der sogenannte Deutsche Landwein steht im deutschen Weinrecht an zweiter Stelle. Bei dieser Weinsorte müssen mindestens 85 % der verwendeten Trauben aus einem der 26 deutschen Landwein-Anbaugebiete stammen. Damit der Wein vom Verbraucher eindeutig zugeordnet werden kann, muss das Herkunftsgebiet auf dem Etikett angegeben werden. Die Angabe eines bestimmten Jahrganges ist auf freiwilliger Basis und nur zulässig, sofern mindestens 85 % der Reben auch tatsächlich im angegebenen Jahr geerntet wurden. Ebenso verhält es sich mit der Angabe der Rebsorten.

Qualitätswein

Diese Klasse bildet die dritte Stufe der sogenannten Qualitätspyramide und ist gleichzeitig die größte Gruppe deutscher Weine. 100 % der verwendeten Weintrauben müssen aus einem der 13 offiziellen Anbaugebiete stammen. Zusätzlich werden die Weine einer amtlichen Qualitätsweinprüfung, inklusive sensorischer und analytischer Kontrolle, unterzogen. Natürlich muss auch hier auf dem Etikett das entsprechende Anbaugebiet genannt sein, während die Angabe der verwendeten Rebsorte nicht unbedingt nötig ist.

Prädikatswein

Die vierte und damit letzte Stufe im deutschen Weinrecht bilden die qualitativ hochwertigen Prädikatsweine. Die Prädikate in aufsteigender Reihenfolge sind: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Diese Weine müssen aus einem einzigen Anbaugebiet stammen und sehr hohe Anforderungen in Bezug auf Reife und Harmonie erfüllen. Für das Etikett gilt: Die Angabe der genauen Herkunft ist Pflicht, während Rebsorten und Jahrgang laut Gesetz nicht genannt sein müssen. Das Prädikat zählt in diesem Fall zur Qualitätsstufe und muss daher auch auf dem Etikett zu finden sein.

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Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.
Veröffentlicht am 10. September 2018 von
Carolin Steigenberger und abgelegt in der
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