Enthält holzfreies Papier kein Holz?

Auf manchen Etikettenmaterialien steht „holzfreies Papier“. Ist das wirklich so, dass hierfür kein Holz verwendet wurde? Dieser Frage gehen wir hier kurz auf den Grund.

Für das Etikettenmaterial wird oftmals holzfreies Papier verwendet. Ist dann wirklich kein Holz im „holzfreien“ Papier vorhanden? Nein. Der Begriff „holzfrei“ kann missverständlich verstanden werden. Holzfrei könnte so interpretiert werden, dass kein Holz in dem Papier vorhanden ist. Jedoch besteht das holzfreie Papier (korrekter: holzstofffreies Papier) aus pflanzlichen Zellwänden (Zellstoffe). Die Zellstoffe können auf verschiedenen Wegen gewonnen werden. Zellstoffe werden aus Holzspänen oder Holz-Hackschnitzeln erzeugt. Das holzstofffreie Papier darf jedoch höchstens 5% Gewichtsanteil an verholzten Fasern enthalten und ist somit holzarm.

Warum wird das gemacht? Holzfreies Papier vergilbt weniger schnell, ist fester und somit alterungsbeständiger. Holzstofffreies Papier wird daher oftmals verwendet, wenn Schriftstücke über einen längeren Zeitraum archiviert werden sollen. Holzfreies Papier weist außerdem eine höhere Druckqualität als holzhaltige Papiere auf. Deshalb eignet sich das Papier auch besonders gut für den Druck von Papieretiketten.

Das holzstofffreie Papier und auch Papier-Etiketten werden zusätzlich „gestrichen“.

Gestrichenes Papier ist ein Papier, bei dem die Oberfläche mit einem Bindemittelauftrag („Strich“) veredelt wird. Das Etikettenpapier bekommt dadurch eine geschlossene, glattere und stabilere Oberfläche, wodurch eine bessere Qualität beim Etikettendruck erreicht wird. Der Bindemittelauftrag kann in matt, halbmatt, glänzend und in gussgestrichen (glossy) unterschieden werden.
Die glatte Oberfläche eines gestrichenen Papiers liefert eine ausgezeichnete Farbintensität und Bildqualität des Druckes. Deswegen wird ein solches Papier oftmals auch für den Kunst- oder Bildpapierdruck verwendet.

Gestrichene Etiketten erreichen eine optimale Plananlage und eine hohe Anschmiegsamkeit und sorgen dadurch für einen störungsfreien Einzug durch Laserdrucker, Kopierer, Thermotransferdrucker, Thermodirektdrucker oder Inkjet-Drucker. Ganz ohne Holz als Rohstoff zur Papierherstellung kommt man aus technologischen Gründen leider nicht aus.

Ob ein gestrichenes oder ungestrichenes Papier-Etikettenmaterial zu bevorzugen ist und ob das Papieretikett mit einem Thermotransferdrucker ,  mit einem Thermodirektdrucker oder mit einem Kopierer, Laser-, oder Injekt-Drucker bedruckt werden sollte, entscheidet letztendlich die Anwendung.

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Frank Hofmann

Autor bei Labelfox
Als einer der „alten Hasen“ der Branche liegt es mir sehr am Herzen, meinen Lesern stets relevante und aktuelle Informationen rund um die professionelle Kennzeichnung zu liefern. Der Etikettendruck ist mein Steckenpferd und bietet mir für die objektive Berichterstattung täglich neue Spielräume.
Veröffentlicht am 3. August 2011 von
Frank Hofmann und abgelegt in der
Kategorie: Etiketten.
 

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