Quittungen aus Thermopapier
Wie man Kassenbons wirtschaftlich und werblich sinnvoll bedruckt

Quittung Rückseite Marketingaspekt

Die Quittung oder der Kassenbon begegnet uns auf allen Wegen. Millionen Kilometer des so genannten Thermopapiers (auch Thermo-Eco-Papier genannt) werden pro Jahr verwendet, um den Kauf von Lebensmitteln, einer Tasse Kaffee, eines Kleidungsstückes oder den Erwerb eines Autos zu quittieren.

Doch über 50% der oft viel zu großen und meist auch teilweise unbedruckten Kassenzettel landen im Papierabfall.

Labelfox gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema „Wie man den Kassenbon aus Thermopapier wirtschaftlich und werblich sinnvoll bedruckt“.

Die Gesetzgebung: Wann eine Quittung ausgestellt werden muss

Wir haben uns die Frage gestellt, ob eine Quittung in Papierform überhaupt notwendig ist.

Laut Gesetzgebung (§ 14 UStG) ist eine Quittung nur dann nötig, wenn sich der Käufer nach dem Kauf die Möglichkeit zum Umtausch offen halten möchte. Bei einer Tasse Kaffee wäre ein Kassenbon also nicht erforderlich! Aus diesem Grund drucken viele Unternehmen erst ab einer bestimmten Kaufsumme einen Kassenbon aus. Deshalb ist die Antwort auf die Frage „Ist ein Quittung in Papierform notwendig?“: Nein! Dennoch hat der Kunde jederzeit ein Recht darauf, einen Kassenbon in Papierform zu verlangen.

Doch wie werden die automatisch generierten Quittungen aus Thermopapier oder auch so genannte Thermo-Eco-Etiketten eigentlich bedruckt? Die Antwort liegt im effizienten und kostengünstigen Thermodirekt-Druckverfahren!

Der Thermodirektdruck: Wie Quittungen aus Thermopapier bedruckt werden

Der Druck von Quittungen funktioniert ohne ein Farbmittel zur Erzeugung des Druckbildes auf dem Papier (d.h. ohne Farbband oder Tonerkartusche). Beim so genannten Thermodirekt-Druckverfahren wird das Thermopapier mit Hilfe des Druckkopfes an den Stellen erhitzt, an welchen später der Text oder die Grafik stehen wird. Die Thermobeschichtung sorgt dafür, dass sich das Papier bei der Erwärmung schwarz einfärbt. Das Druckbild ist optimal für den kurzfristigen Gebrauch geeignet und dank der Farbmittel-Einsparung beim Druckprozess zugleich günstig produzierbar. Thermopapier eignet sich sehr gut für Paketetiketten, zum Faxen und für Quittungen und Kassenbons. Auf Grund der günstigen Anschaffung von Kassensystemen und den dazu gehörigen Thermopapieren ist die Thermo-Rechnungsrolle sowohl im Einzelhandel als auch in der Gastronomie sehr beliebt. Das Thermodirekt-Druckverfahren ist sehr kostengünstig sowie wirtschaftlich ausführbar.

Die günstige Anschaffung des Kassenbon-Papiers sowie die materialsparende Bedruckung sorgen für eine besonders wirtschaftliche Quittungsproduktion. Gleichzeitig bietet sich der Kassenbon als ein qualitativ hochwertiges Werbemittel an, was die Aufmerksamkeit des Kunden auf seiner Seite hat.

Die Quittung als Marketinginstrument: Wie Kassenbons den Kunden binden

Die Werbung auf der Quittung ist sowohl für die Kunden, die darauf aufmerksam werden, als auch für die Unternehmer von Vorteil. Für eine Firma gibt es beim Einsatz der Quittung als Werbeplattform (im Gegensatz zur Fernseh- oder Radiowerbung) viel weniger direkte Konkurrenz. Laut einer Studie von kassenbons.com werden 91% der Kunden auf Kassenbon-Werbung aufmerksam. Davon werden nachweislich ca. 75% der Angebote vom Kunden genutzt und eingelöst. 66% der Kunden geben die Botschaften, die auf den Kassenzetteln stehen, an ihr Umfeld weiter.

Der Unternehmer kann mit Hilfe von Coupons, Rabattmarken und anderen Response-Elementen auf dem Kassenbon kontrollieren, wie seine Kunden auf Aktionen und Angebote reagieren. Das heißt, er kann nachvollziehen, wie viele der Kunden z.B. einen Gutschein tatsächlich genutzt und eingelöst haben. Damit die Werbung dabei auch ökonomisch bleibt, sollte sie entweder in bildhafter Form und in wirtschaftlich angemessener Größe am Ende des Kassenbons eingesetzt werden oder auf der Rückseite der Quittungen stehen. Ein kurzer Hinweis auf der Vorderseite kann dafür sorgen, dass das aufmerksamkeitsstarke Angebot, auch auf der Rückseite nicht übersehen wird.

Werbung auf dem Kassenbeleg wird von vielen Kunden wahrgenommen, genutzt und weiter verbreitet. Daher bietet sich die Quittung als Marketinginstrument hervorragend für eine nachhaltige Kundenbindung an.

In folgender Auflistung vergleicht Labelfox nun die Quittungen 5 großer, deutscher Einzelhändler.

Quittungen deutscher Einzelhandelsunternehmen im Labelfox-Vergleich

Die größte Quittung im VergleichDer größte Kassenbon aus unserem Vergleich misst ganze 49 cm. Die 7 Artikel nehmen dabei nur ca. 3,5 cm in Anspruch. Das Logo ist auffallend groß dargestellt, viele Weißräume und zusätzliche Informationen, wie der Informationstext zur getätigten EC-Kartenzahlung, der Name des Verkäufers, das Datum und die Uhrzeit des Kaufes sind zu sehen. Am Ende der Quittung animiert ein beträchtlich großer Coupon zum erneuten Kauf. Hier wird versprochen, dass man beim nächsten Kauf eines Joghurts 40ct sparen kann. Das heißt also, wenn der Kunde diesen Gutschein nutzen möchte, kommt er beim nächsten Einkauf wieder in dieses Geschäft. Im Optimalfall erhält er anschließend auch wieder einen Kassenzettel mit Coupon. Er wird somit ermutigt, hier immer wieder weiter einzukaufen.

Sicher ist dies ein schöner Zusatznutzen für den Kunden, aber dennoch fragt sich: „Sind all diese Informationen in diesem Ausmaß wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt?“

Quittung vom GroßdrogerimarktBeim Großdrogeriemarkt erhielten wir eine Rechnung von 44 cm Länge, wobei die 8 eingekauften Artikel nur 4 cm des Platzes auf der Quittung benötigten. Sie werden sich fragen: „Welche Informationen befinden sich denn dann auf den restlichen 40 cm der Rechnung?“ Natürlich ein Coupon für den Kunden, der allein ein Drittel der Quittung in Anspruch nimmt. Zudem finden wir verschiedene Werbetexte zu laufenden Aktionen, Informationen zur EC-Kartenabrechnung, die Optionen zum Umtausch sowie einen Werbespruch im oberen Bereich, der allerdings nach dem Kauf nicht mehr nachhaltig inspirieren kann.

Weiterhin ist die Rückseite der Quittung mit einer ganzen Reihe an Hinweisen zu laufenden Gewinnspielen und Gutscheinaktionen komplett farbig bedruckt. Diese Werbeinformationen ziehen den Kassenzettel zwar nicht noch weiter in die Länge, verbrauchen dafür allerdings jede Menge Druckfarben. Andererseits dienen die vielen Coupons und Kaufanreger dazu, beim nächsten Einkauf benötigter Kosmetikartikel wieder in diesen Drogeriemarkt zu gehen. Ein gutes und aufmerksamkeitsstarkes Werbemittel also, um den Kunden erneut in das Geschäft zu bringen und langfristig zu binden.

Es fragt sich dabei nur, ob nicht auch die Hälfte des Platzes für ein einziges, aussagekräftiges Response-Element ausgereicht hätte.

Quittung vom LebensmittelmarktDie Quittung eines Lebensmittelmarktes schneidet im Vergleich dazu etwas besser ab. Das Logo ist hier etwas kleiner dargestellt. Auf den hauseigenen Werbespruch wollte (und sollte) man aber dennoch nicht verzichten. Auf der Rechnung befinden sich 25 Artikel, die gerade einmal 12 cm des Platzes benötigen. Die restlichen 24,5 cm setzen sich aus einigen unbedruckten Weißräumen, zusätzlichen Informationen und dem Text zur getätigten EC-Kartenzahlung zusammen.

Sicher hätte man diesen Platz noch etwas wirtschaftlicher füllen und einen kleinen Coupon als erneuten Kaufanreiz einfügen können.

Quittung vom NahrungsmittelmarktBei einem weiteren Nahrungsmittelmarkt entdecken wir das Markenzeichen klein und platzsparend auf dem Kassenzettel positioniert. Das ist schön zu sehen! Die 25 Artikel benötigen 12 cm Platz auf dem Thermopapier, was ca. ein Drittel der Gesamtgröße des Belegs ausmacht. Die Informationen zur Kartenzahlung, einige Absätze sowie ein zweiter, anhängender Kassenbon als Kundenbeleg machen die Quittung komplett. Irritierend ist jedoch der unscheinbare Werbetext direkt nach der Auflistung der Artikel. Dieser weist sehr knapp auf ein aktuelles Handyabo des Marktes hin.

Eine nette Marketingidee, aber ob diese Information überhaupt vom Einkäufer entdeckt und verstanden wird?

Der letzte Kassenbon stammt von einem Bauhaus und ist auf einer Länge von gerade einmal 21 cm Quittung Baumarktsehr kurz und übersichtlich zusammengefasst. Die gekauften 5 Artikel füllen die Hälfte des Platzes auf der Quittung aus, während auf Eigenwerbung und unnötige Information gänzlich verzichtet wurde. Am Fuß der Quittung findet sich ein Hinweis zum Umtauschregelsatz, der an dieser Stelle durchaus Sinn macht. Außer zwei kleinen Weißräumen am Kopf und Fuß der Quittung gibt es in Bezug auf die wirtschaftliche Bedruckung dieses Kassenbons nichts zu bemängeln.

Aus Marketingsicht hätte man allerdings gerne noch den einen oder anderen dezenten Kaufanreiz schaffen können. Bei aller Wirtschaftlichkeit und Materialersparnis hätte ein kleiner Gutschein am Ende der Quittung sicher keine großen Kosten verursacht und dabei den Kunden erneut in den Baumarkt gelockt.

Labelfox-Fazit

Die Quittung als Beleg des getätigten Kaufes wird wohl auch in Zukunft nicht gänzlich aus unserem Leben verschwinden. Denn viele Kunden bestehen nach wie vor auf einen Kassenzettel. Diese Tatsache eröffnet dem Unternehmer jedoch ungeahnte und dennoch oft ungenutzte Werbemöglichkeiten. Denn Response-Elemente wie Coupons oder Rabattmarken ziehen den Kunden an und bringen ihn oftmals erneut in das Geschäft. Unnötige Materialkosten sollten dabei jedoch bereits bei der Bedruckung des Kassenbons im Thermodirektdrucker eingespart werden.

Aus diesem Grund empfiehlt Labelfox: „Drucken Sie als Unternehmer nur dann eine Quittung, wenn sie wirklich nötig ist! Bringen Sie alle notwendigen Informationen und einen erneuten Kaufanreiz mit auf den Kassenbon und drucken Sie diesen dann so klein und wirtschaftlich wie möglich aus! So sichern Sie sich treue Kundschaft und reduzieren dabei nachhaltig Ihre Materialkosten.“

Zusätzlicher Hinweis: Thermopapiere werden mittlerweile auch mit der Diskussion um die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) in Verbindung gebracht. BPA dient bei Thermopapieren häufig als Entwicklersubstanz neben dem eigentlichen Farbstoff. Der Stoff ist chemisch nicht gebunden, und kann daher leichter freigesetzt werden. Kassiererinnen oder Versandmitarbeiter könnten demzufolge häufiger mit dieser Chemikalie in Kontakt kommen. Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung ist dieses Thema daher seit Jahren weltweit Gegenstand kontroverser wissenschaftlicher Diskussionen. Die Aufnahme über die Haut zählt als zweitwichtigste Expositionsquelle neben Lebensmitteln und der oralen Aufnahme. Nach Untersuchungen enthalten Thermopapiere zwischen 0,5 und 3,2 Prozent Bisphenol A, welches nicht fest im Material gebunden ist und leicht herausgelöst werden kann. Es besteht jedoch weiterhin Unsicherheit darüber, wie viel BPA tatsächlich aus dem Material auf die Haut gelangt und über die Haut aufgenommen wird. Nach Angabe des Umweltbundesamtes ist der Anteil in diesen Produkten vergleichsweise gering. Es wird dennoch geraten, Kinder nicht mit Kassenzetteln, Quittungen und Fahrscheinen aus Thermopapier spielen zu lassen. Ist dieser Aspekt für Sie wichtig, halten Sie nach Anbietern für BPA-freie Bonrollen Ausschau. Für den Versandhandel bieten sich auch Händler BPA-freier Thermopapiere an.

Ähnliche Artikel:

The following two tabs change content below.

Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.

Neueste Artikel von Carolin Steigenberger (alle ansehen)

Veröffentlicht am 29. Oktober 2013 von
Carolin Steigenberger und abgelegt in der
Kategorie: Thermodruck.
Zugewiesene Tags: , , .
 

2 Kommentare zu "Quittungen aus Thermopapier
Wie man Kassenbons wirtschaftlich und werblich sinnvoll bedruckt"

possesivpronom schrieb am 18. Dezember 2015 um 09:32 Uhr:

Schön wäre gewesen, in dem Artikel auf die Risiken durch das enthaltene Bisphenol A für Kassiererinnen hinzuweisen!

 
Carolin Steigenberger schrieb am 22. Dezember 2015 um 13:14 Uhr:

Hallo,

vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis. Unser Beitrag beschäftigt sich mit der werblichen Verwendung von Thermopapieren und den damit verbundenen Möglichkeiten. Nachträglich haben wir nun unseren Beitrag erweitert und einen Zusatzhinweis auf die angesprochene BPA-Thematik eingebaut. Für ausführliche Informationen verweisen wir auf das Umweltbundesamt oder das Institut für Risikobewertung.

Ich wünsche eine schöne Weihnachtszeit,
VG aus Schweinfurt

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This blog is kept spam free by WP-SpamFree.