Etikettendrucker und ihr Fassungsvermögen: Wenn Mehr weniger kostet

Auf dem Etikettendrucker-Markt zeichnet sich schon seit einiger Zeit ein Trend ab: Hersteller werben mit großen Verbrauchsmaterial-Kapazitäten und versprechen damit eine deutliche Kostenersparnis beim Druck ihrer Etiketten.

Doch wann senkt ein größerer Drucker die Ausgaben wirklich und wann lohnt sich die Anschaffung für Sie? Wir haben uns mit dem Thema auseinandergesetzt und geben Ihnen nun alle wichtigen Informationen zur Kapazität von Etikettendruckern an die Hand.

Wann hat ein Drucker eine große Verbrauchsmaterial-Kapazität?

Da das Fassungsvermögen eines Etikettendruckers eng mit der Größe des Gehäuses verbunden ist, kann nicht genau abgegrenzt werden, wann eine Kapazität groß ist und wann nicht. Grundsätzlich besitzen Industriedrucker größere Kapazitäten als Desktopdrucker – allein aufgrund der Größe der Modelle ist dies keine Überraschung. Allerdings gibt es auch im Industriebereich Unterschiede im Fassungsvermögen:

So verarbeiten viele Etikettendrucker standardmäßig Farbbänder mit 300 Metern Länge. Dazu gibt es in diesem Bereich auch Modelle, die bis zu 450 Meter Farbband fassen können. Dank gewisser Standard-Längen ist es hier einfach zu erkennen, ob der Drucker mit viel Fassungsvermögen punkten kann.

Bei Etikettenrollen ist die Abgrenzung nicht so leicht festzumachen, da es Etiketten in unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Ob eine Rolle also in Ihren Drucker passt, hängt nicht nur vom Etikettendrucker selbst ab, sondern auch von der Größe und Dicke der Etiketten. Auf dieser Basis lässt sich die Etiketten-Kapazität also kaum beurteilen. Hier müssen Sie sich an den Etiketten orientieren, die Sie bereits verarbeiten und nachsehen, ob Rollen mit einem größeren Rollenaußendurchmesser verwendet werden können.

Wie senkt ein größeres Fassungsvermögen meine Kosten beim Etikettendruck?

Etikettendrucker, die viel Platz für Etikettenmaterial und Thermotransfer-Farbband bieten, helfen Ihnen auf zwei Arten beim Sparen:

Zum einen können Sie größere Material-Rollen kaufen, die beim Hersteller im Vergleich zu kleineren Verkaufseinheiten günstiger sind. Grund hierfür sind die niedrigeren Fixkosten bei der Herstellung: Wenn mehr Etiketten oder Farbbandmaterial auf einen Rollenkern gespult werden können, werden im Endeffekt weniger Rollenkerne benötigt. Dazu fallen auch weniger Lohnkosten für eine Verkaufseinheit an, da Maschinen länger laufen, ohne umgestellt werden zu müssen. Sinken die Fixkosten, gibt das dem Hersteller die Möglichkeit, Thermotransfer-Farbbänder und Etikettenrollen zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen – und das ohne den geplanten Gewinn anzutasten.

Neben den Ausgaben, die Sie beim Einkauf Ihrer Verbrauchsmaterialien sparen, bietet ein hohes Fassungsvermögen auch eine gewisse Zeitersparnis beim Druck Ihrer Etiketten. Haben Sie in Ihrem Drucker Platz für große Farbbandrollen von 450 Metern Länge, dauert es länger, bis die Rolle wieder gewechselt werden muss. Ihre Etikettenproduktion muss also weniger oft unterbrochen werden, um neues Verbrauchsmaterial einzulegen und den Drucker wieder einsatzbereit zu machen.

Lohnt sich ein größerer Etikettendrucker für mich?

Obwohl ein größerer Drucker immer auch hohe Ersparnisse in Aussicht stellt, lohnt sich die Anschaffung nicht in jedem Fall. Ob es sich rechnet, den Etikettendruck zu wechseln und auf größere Etiketten- und Farbbandrollen umzusteigen, hängt von den Druckvolumina ab, die Sie verarbeiten – und wie häufig der Etikettendrucker eingesetzt werden soll.

So kann es sich bei großen bis sehr großen Druckaufkommen durchaus lohnen, auf ein größeres Modell umzusteigen. In Bereichen, in denen Etikettendrucker zum Teil rund um die Uhr eingesetzt werden, macht sich ein niedrigerer Preis für Verbrauchsmaterialien und weniger Zeitaufwand durchaus bemerkbar – und wiegt den Anschaffungspreis des neuen Etikettendruckers in kurzer Zeit auf.

Für kleine und mittlere Druckvolumina oder den Etikettendruck nach Bedarf lohnt sich die Anschaffung allerdings nur selten. Hier sind Sie meist schon mit einem handelsüblichen Desktopdrucker gut beraten und können auf kleinere Mengen Verbrauchsmaterial zurückgreifen. Es stellt sich die Frage, ob ein größerer Drucker überhaupt ausgelastet wäre – denn ist er es nicht, reichen meist die bestehenden Drucksysteme auch weiter aus.

Auch die Verwendung von größeren Etiketten- und Farbbandrollen lohnt sich nur bedingt. Zwar sparen Sie beim Einkauf pro Verkaufseinheit – Die Senkung der Kosten bemerken Sie allerdings erst bei großen Mengen. Sich große Vorräte anzulegen, die kaum aufgebraucht werden, verursacht dazu unnötige Kosten und kann bei zu langer Aufbewahrung zu Qualitätsverlusten führen. Wenn Sie solche Mengen also nicht benötigen, reichen kleinere Verkaufseinheiten vollkommen aus.

Gibt es Alternativen zu einem größeren Etikettendrucker?

Möchten Sie sich keinen neuen Drucker anschaffen, aber trotzdem größere Etikettenrollen verwenden, können externe Rollenhalter – auch Etikettenabwickler genannt –
Abhilfe schaffen. Diese werden an der Rückseite des Druckers platziert und bieten Raum für Etikettenrollen, unabhängig von der Größe des Druckergehäuses. So können Sie selbst einen Desktopdrucker mit mehr Verbrauchsmaterial ausstatten und erweitern so dessen Kapazität mit wenigen Handgriffen.

Rollenhalter gibt es von verschiedenen Herstellern und meist schon für kleines Geld. Besonders für Druckaufkommen, die nur hin und wieder gestemmt werden müssen, sind sie eine kostengünstige Alternative zur Anschaffung eines größeren Etikettendruckers. Und wenn Sie verschiedene Druckertypen verwenden, ermöglicht ein Rollenhalter zudem die Verwendung derselben Verbrauchsmaterialien in allen Ihren Industrie- und Desktopmodellen.

Labelfox-Fazit

Verarbeiten Sie regelmäßig große Etikettenmengen, sollten Sie über die Anschaffung eines größeren Druckers nachdenken und diese Möglichkeit der Ersparnis für sich nutzen.
Bei nur selten wiederkehrenden Druckaufträgen sollten Sie allerdings prüfen, ob diese nicht bereits mit Ihrem bereits vorhandenen Geräten bewältigt werden können und ob die Umstellung die erhofften Ersparnisse mit sich bringt. Ist beides nicht der Fall, reicht die Erweiterung Ihrer Kapazität mit einem externen Rollenhalter meistens schon vollkommen aus.

In jedem Fall empfehlen wir Ihnen die anfallenden Kosten zu kalkulieren und dann eine fundierte Entscheidung für oder gegen ein größeres Modell zu fällen.

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Frank Hofmann

Autor bei Labelfox
Als einer der „alten Hasen“ der Branche liegt es mir sehr am Herzen, meinen Lesern stets relevante und aktuelle Informationen rund um die professionelle Kennzeichnung zu liefern. Der Etikettendruck ist mein Steckenpferd und bietet mir für die objektive Berichterstattung täglich neue Spielräume.
Veröffentlicht am 31. Mai 2017 von
Frank Hofmann und abgelegt in der
 

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