Typenschilder nach Norm im Desktopdrucker drucken

Was sehen Sie vor sich, wenn Sie an das Wort Typenschild denken? Die meisten Menschen würden jetzt sicher antworten: „Ein kleines, metallenes Schildchen, das an einem Motorblock, einer Maschine oder ähnlichem verschraubt ist. Hier finden sich Herstellerangaben, diverse Nummern, Logos und der Gleichen.“ Typisch Typenschild eben!Typenschilder als Rollenetiketten druckenDoch hätten Sie gedacht, dass sich normgerechte Typenschilder auch im industriellen Etikettendruck, und noch dazu mit einem einfachen Desktopdrucker, produzieren lassen? Labelfox-Leser wissen mehr!

Typisch Typenschild – Die Definition

Typenschild Muster„Sag mal, wo kommst du denn her?“ Wenn es um ein technisches oder elektrisch betriebenes Produkt, eine Maschine, elektrische Bauteile, technische Anlagen oder Geräte geht, gibt uns das Typenschild eine sehr genaue Antwort auf diese Frage. Das Typenschild ist quasi der Personalausweis einer Maschine und stammt daher meist direkt vom Hersteller oder zumindest vom Importeur des betreffenden Gegenstandes. Typenschilder werden auch als Leistungsschilder oder kurz Typschilder bezeichnet.

Um sicher zu gehen, dass man keine Angabe auf dem Typenschild vergessen hat und alle Informationen lückenlos zurück verfolgt werden können, regeln zahlreiche unterschiedliche Vorschriften – wie zum Beispiel das MessEG (Mess- und Eichgesetz) für Taxameter und andere Messgeräte – ganz genau, wie das betreffende Typenschild auszusehen hat und was es beinhalten muss. Dabei sind die Richtlinien stark davon abhängig, welcher Gegenstand typisiert werden soll. Grundsätzlich muss jedes Typenschild aber folgende Informationen besitzen:

  • Bezeichnung und Baujahr des Geräts
  • Firmenname und Anschrift des Herstellers
  • Bezeichnung des Typs/ der Baureihe, ggf. Seriennummer
  • technische Daten
  • CE-Kennzeichnung
  • Sicherheitshinweise

Typenschilder kommen vorzugsweise im Maschinen-, Geräte- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie, Schiffs- und Fahrzeugbau, im Labor und in medizinischen Sektoren, in der chemischen Industrie sowie in der Steuer- und Regeltechnik zum Einsatz. Ob Gefrierschrank, Waschmaschine, Herd oder Mikrowelle – auch auf unseren elektrischen Haushaltsgeräten muss ein Typenschild unbedingt zu finden sein! Das Schild (oder Etikett) wird oft etwas versteckt an der Kante der Backofentür, im Flusensieb-Deckel oder einfach an der Rückseite des Geräts angebracht.

Typenschilder aus Etikettenmaterial

Entgegen seiner Bezeichnung muss ein Typenschild nicht immer ein robustes „echtes“ Schild sein, das aus Kunststoff, Aluminium oder anderen Leichtmetallen gefertigt wurde. Kostengünstiger und dabei genauso beständig, lassen sich Typenschilder auch aus selbstklebendem Etikettenmaterial auf Rolle herstellen. Gerade beim Exportieren eines Produktes in mehrere Länder wird gerne auf das Typenschild in Etikettenform zurückgegriffen. Denn das industrielle Drucken verschieden sprachiger Typenschilder per Thermotransferdruck ist am Ende doch wesentlich preiswerter und schneller realisiert als die Fertigung zahlloser einzelner Kunststoff- oder Metallschildchen.

Laut EG-Maschinenrichtlinie 2006-42-EG muss ein Typenschild über die gesamte Lebensdauer der Maschine gut lesbar sein und haften bleiben. Deshalb werden besonders hochwertige und robuste Etikettenmaterialien mit stark haftendem Klebstoff für den Typenschilderdruck verwendet.

Allem voran ist das permanent klebende Etikett aus Polyesterfolie ein ideales Typenschildermaterial. Polyesteretiketten, die auch oft mit erhöhter Foliendicke für einen zusätzlichen Schildcharakter angeboten werden, eignen sich perfekt zur Verklebung auf schwierigen Untergründen, Metall, Hammerschlaglacken, Pulverbeschichtungen und niederenergetischen Kunststoffen. Sie sind widerstandsfähig gegenüber vielen Chemikalien sowie resistent, wenn es um Feuchtigkeit und mechanische Einwirkungen (z.B. Abrieb, wischen oder kratzen) geht.

Etiketten mit speziellen Sicherheitseffekten bieten den Vorteil, dass ein unerlaubtes Entfernen des Typenschilds sofort erkannt und ein Übertragen auf eine andere Maschine bzw. ein anderes Gerät oder Bauteil verhindert wird.

Manipulationsschutz DokumentenfolieSo können bestimmte Angaben des Herstellers, wie das Baujahr oder verpasste Wartungstermine, nicht beschönigt werden, ohne dass der Schwindel auffliegt. Etiketten mit speziellen Sicherheitseffekten fertigt man unter anderem aus:

Dokumentenfolie:
Dieses Material haftet so stark auf dem Untergrund, dass es sich nicht wieder in einem Stück ablösen lässt. Es zerfällt beim Versuch in kleinste Fetzen, wodurch die Übertragung verhindert wird.

Manipulationsschutz VOID-EffektSicherheitsfolie mit VOID-Effekt:
Das Material, beruht meist auf der Basis robuster Polyesterfolie. VOID-Etiketten besitzen die Eigenschaft, dass beim Ablöseversuch ein permanent klebender VOID-Schriftzug auf dem Untergrund haften bleibt, der die versuchte Manipulation deutlich sichtbar macht und sich nur sehr schwer wieder entfernen lässt.

Das Etikett selbst ist anschließend unbrauchbar, denn es lässt sich nicht wieder erneut verkleben.

Manipulationsschutz Checkerboard-EffektSicherheitsfolie mit Checkerboard-Effekt:
Ebenfalls häufig auf Polyesterfolien-Basis hergestellt, hinterlässt dieses Material beim Abziehversuch ein permanent haftendes Schachbrettmuster auf der Maschine.

Das Label ist nach dem Ablösen unbrauchbar und der Manipulationsversuch vereitelt.

Typenschilder-Etiketten mit dem Desktopdrucker beschriften

Richtig gelesen! Um ein Typenschild aus Rollenetiketten zu bedrucken braucht es, im Gegensatz zum „echten“ Schild, weder Stanze noch Presse. Ja, nicht einmal unbedingt einen großen Industriedrucker, wenn sich die Anzahl der zu bedruckenden Rollenetiketten in Grenzen hält! Was Sie lediglich brauchen, sind eine gute Etikettensoftware für das Layout, ein leistungsfähiger Desktop-Etikettendrucker für den Thermotransferdruck und eine hochwertige sowie beständige Thermotransferfolie für den Farbauftrag.

Professionelle Etikettensoftware nutzen

Typenschilder per Etikettensoftware erstellen

Bei der Wahl der geeigneten Etikettensoftware für den Typenschilderdruck kommt es ganz darauf an, welche Art Typenschild Sie benötigen und welche Elemente laut Gesetzgebung und eigenem Anspruch auf dem Label eingebaut werden sollen. Bei nahezu jedem Etikettendrucker finden Sie zwar eine einfache Etikettendesign-Software als kostenlose Zugabe vor, diese reicht aber für das professionelle Arbeiten meist nicht aus. Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen bevor Sie sich für eine geeignete Etikettensoftware entscheiden:

  1. Sollen Barcodes oder fortlaufende Seriennummern auf das Typenschild gedruckt werden?
  2. Möchte ich variable Daten aus unserem Datenbanksystem einbinden?
  3. Welches Datenbanksystem nutzen wir genau?
  4. Sind neben Texten auch Bilder, Logos oder Symbole auf das Typenschild zu drucken?
  5. Möchte ich mit vorgefertigten Layouts und Vorlagen arbeiten?
  6. Wie viele unterschiedliche Typenschilder benötige ich pro Tag?

Tja, liebe Labelfoxer … wie Sie sehen, ist es gar nicht einmal so einfach, die richtige Software für den Typenschilderdruck oder den Etikettendruck im Allgemeinen zu finden.

Mein Tipp: Nutzen Sie für den Typenschilderdruck immer eine Profi-Etikettensoftware mit einer erweiterten Funktionspalette. Denn die Anbindung an das hauseigene Datenbanksystem, das Einbauen von Barcodes, fortlaufenden Seriennummern und viele weitere Funktionen erleichtern Ihnen die Erstellung des Typenschildlayouts und sind für ein gesetzeskonformes Ergebnis oft auch nötig.

In unserem Artikel FAQ – NiceLabel-Etikettensoftware: Etiketten erstellen und drucken finden Sie einen hilfreichen tabellarischen Vergleich empfehlenswerter NiceLabel Softwareversionen. Wie es Ihnen gelingt, ein Typenschild-Etikett inkl. Barcode mit der cablabel S3 Pro Sofware zu erstellen, erfahren Sie ebenfalls bei Labelfox.

Der geeignete Desktopdrucker

Die Anforderungen an den Etikettendrucker für den Typenschilderdruck sind überschaubar, weshalb Sie bei geringem Platzbedarf problemlos auch auf einen Mini Desktop-Drucker zurückgreifen können. Das Gerät muss in der Lage sein, Thermotransferfarbbänder zu verarbeiten (auf das Druckverfahren „Thermotransfer“ achten) sowie Texte, Barcodes, Bilder und Logos auszugeben.

Weiterhin ist es nützlich, wenn der Desktopdrucker einen Netzwerk-Port (Ethernet) besitzt, also netzwerkfähig ist. Dadurch lässt er sich optimal in industrielle Arbeitsumgebungen einbinden, fernsteuern und die zu druckenden Daten für das Typenschild auch direkt von Ihrer Datenbank empfangen. Achten Sie außerdem auf vorhandene Schnittstellen (Anschlüsse) am Desktopdrucker. Diese eröffnen Ihnen weitere Möglichkeiten der Anbindung an andere Geräte.

Die Stückzahl der zu druckenden Typenschilder und die Größe der einzulegenden Etikettenrolle spielen ebenfalls eine Rolle bei der Wahl des geeigneten Desktopdruckers. Hier zwei Beispieldrucker:
CAB EOS EtikettendruckerserieKlein, kleiner, cab EOS1 Desktopdrucker
Einer der wohl kompaktesten und nutzerfreundlichsten Desktop-Etikettendrucker dürfte das Modell EOS1 des Herstellers cab sein. Mit nur 189 x 322 x 253 mm ist das Gerät klein, aber oho! Denn der Thermotransfer-/Thermodirektdrucker mit 200 bzw. 300 dpi Druckauflösung verarbeitet stattliche 3.000 Etiketten/Tag mit einer Druckgeschwindigkeit von max. 125 mm/Sekunde. Das cab Modell kann Rollenetiketten bis 155 mm Außendurchmesser sowie Thermotransferfarbbänder mit max. 300 m Länge fassen. Jede erdenkliche Etikettenform ist bedruckbar.

Dabei lässt sich der Desktopdrucker per USB, Ethernet, paralleler Schnittstelle und zahlreicher optionaler Anschlüsse anbinden. Das Gerät kann per Ethernet innerhalb des Netzwerkes über ein Web-Interface angesteuert, bedient und kontrolliert werden und ist sogar im Stand-Alone-Betrieb (d.h. völlig alleinstehend, ohne PC-Anschluss) nutzbar.

Der große caBruder EOS4 Desktopdrucker
Ein bisschen größer und etwas mehr Fassungsvermögen besitzt der große Desktopdrucker-Bruder des cab EOS1, genannt cab EOS4 mit einem Maß von 245 x 412 x 264 mm.

Der Thermotransfer-/Thermodirektdrucker mit 200 bzw. 300 dpi Druckauflösung geht ebenfalls mit 3.000 Etiketten/Tag und einer Druckgeschwindigkeit von max. 125 mm/Sekunde zu Werke. Allerdings lassen sich mit diesem Modell Etikettenrollen mit bis zu 210 mm Außendurchmesser sowie Thermotransferfarbbänder mit max. 300 m Länge verarbeiten.

Neben USB, Ethernet und einer parallelen Schnittstelle sind am cab EOS4 Etikettendrucker noch zahlreiche weitere Anschlüsse optional erweiterbar. Netzwerkfähigkeit, Stand-Alone-Betrieb und eine einfache Bedienbarkeit sind dem EOS4 ebenso gegeben wie seinem kompakten Pendant EOS1.

Übrigens: Labelfox hat den cab EOS1 und den cab EOS4 im unabhängigen Etikettendruckertest bereits unter die Lupe genommen! Wechseln Sie jetzt zum …
Labelfox-Testbericht zum cab EOS1 Etikettendrucker
Labelfox-Testbericht zum cab EOS4 Etikettendrucker

Das passende Thermotransferfarbband

Um ein wirklich langlebiges Typenschild aus Rollenetiketten herzustellen, das eine Maschine solange kennzeichnet bis das der Totalausfall sie scheidet, ist nicht nur ein robustes Etikettenmaterial sondern auch die passende Druckfarbe nötig. Hier kommt daher nur ein Thermotransferfarbband (auch Thermotransferfolie genannt) in Frage – das Harzfarbband!

HarzfarbbandHarzfarbbänder sind die beständigsten Thermotransferfolien, wenn es um den Etikettendruck geht. Sie werden mit viel Druckenergie und hoher Drucktemperaturen verarbeitet. Harzfarbbänder liefern auf glatten und glänzenden Folienetiketten die besten Ergebnisse und eignen sich daher optimal für ein Typenschild-Etikett aus Polyesterfolie oder Sicherheitsfolie. Je nach Hersteller gibt es in punkto Qualität, Drucktemperatur während der Verarbeitung und natürlich auch im Preis einige Unterschiede. Zwei Beispiele am Markt:

KURZ K504 Harzfarbband
Dieses in der Anschaffung recht preiswerte Harzfarbband lässt sich mit max. 175 mm/Sekunde im Thermotransferdrucker verarbeiten. Das KURZ K504 ist sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischer Abnutzung, wie wischen oder kratzen, sowie beständig gegenüber Feuchtigkeit, den meisten Chemikalien und Haushaltsreinigern. Seine Temperaturbeständigkeit liegt bei 120°C.

Armor AXR 7+ Harzfarbband
Eine Premiumvariante unter den Harzfarbbändern ist das Armor AXR 7+. Das Druckbild ist auch bei Druckgeschwindigkeiten von max. 250 mm/Sekunde noch gestochen scharf und ausgezeichnet lesbar. Die Thermotransferfolie ist zudem nicht nur extrem abrieb-, kratz- und wasserfest sowie beständig gegenüber UV-Licht, Chemikalien und Lösungsmittel. Auch ihre Temperaturbeständigkeit liegt mit bis zu 180°C über dem Durchschnitt der Harzfarbband-Kollegen.

Labelfox-Fazit

Typenschilder selbst erstellen und als Rollenetiketten per Etikettendrucker ausgeben lassen? Ja, das geht – und muss dabei nicht einmal besonders teuer oder aufwendig sein! Unsere Beispiele haben gezeigt, dass auch der kleinste Desktopdrucker, mit dem richtigen Etiketten- und Farbbandmaterial bestückt, hochwertige und langlebige Typenschilder liefern kann, die den echten Schildchen aus Metall oder Kunststoff in Nichts nachstehen.

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Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.
Veröffentlicht am 8. Februar 2016 von
Carolin Steigenberger und abgelegt in der
 

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