Thermotransfer-Lexikon: Fachbegriffe übersetzt und ausgefuchst erklärt

labelfox Thermotransfer-LexikonIm Labelfox-Thermotransfer-Lexikon finden Sie die Antworten auf die Top-Fragen rund um den professionellen Etikettendruck! Wir übersetzen die gefragtesten Fachbegriffe aus dem Bereich Thermotransfer und geben Ihnen wichtige Hilfestellungen, wenn es um die industrielle Produktion hauseigener Labels geht.

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Die Druckverfahren beim professionellen Etikettendruck

  • Was bedeuten Thermodruck, Thermodirektdruck und Thermotransferdruck?

Thermodruck ist der fachliche Oberbegriff für sämtliche Druckverfahren, bei welchen das Druckbild mittels punktueller Hitzeeinwirkung im Drucker entsteht. Der Begriff kann demnach sowohl für das Druckverfahren Thermodirektdruck als auch für den Thermotransferdruck verwendet werden, gibt dabei jedoch noch keine konkrete Information über die zu verwendenden Druckmaterialien preis.

Beim Thermodirektdruck wird das Druckbild ausschließlich durch die punktuelle Hitzeeinwirkung im Etikettendrucker generiert. Der Bedruckstoff in Form von Thermorollen oder selbstklebenden Etikettenrollen muss dabei aus einem speziellen Thermodirektmaterial bestehen. Der Thermodirektdruck ist ein sehr effizientes und kostengünstiges Druckverfahren, da für die Erstellung des Druckbildes im Thermodirektdrucker kein zusätzlicher Farbstoff in Form von Thermotransferfolien benötigt wird. Das Druckbild ist jedoch nicht sehr beständig und kann bei direkter Sonneneinstrahlung, Wärme oder Reibung weiter nachdunkeln. Thermodirektdrucker werden aus diesem Grund gerne in Bereichen eingesetzt, bei denen Etiketten für kurzfristige Kennzeichnungen benötigt werden (z.B. als Kassenrollen sowie im Versand, Lager, Transport, Wareneingang und Warenausgang).

Im Thermotransferdruckverfahren werden hochwertige und beständige Druckbilder (ebenfalls durch punktuelle Hitzeeinwirkung) erzeugt. Der Unterschied liegt in der Verwendung von entsprechenden Thermotransferfolien in verschiedenen Qualitäten, welche als Farbstoff fungieren. Der Bedruckstoff muss hierbei aus einem von zahlreichen Thermotransfermaterialien bestehen. Während des Drucks wird die Farbe der Thermotransferfolien punktuell aufgeschmolzen und anschließend auf den Bedruckstoff (z.B. die Etikettenrolle) übertragen. Das somit etwas teurer produzierte Druckergebnis zahlt sich durch eine lange Haltbarkeit sowie eine hochwertige und präzise Optik aus. Daher werden entsprechende Thermotransferdrucker gerne für sämtliche Kennzeichnungen verwendet, die im industriellen Bereich dauerhaft lesbar und optisch ansprechend bleiben sollen.

Weitere Druckverfahren und Informationen zum Vergleich finden Sie auch in unserem Artikel
So kaufen Sie den passenden Etikettendrucker.

Rund um Ihren Etikettendrucker


Rund um den Etikettendrucker

  • Wie unterscheiden sich Mini-Desktop Drucker und Standard Industriedrucker?

Mini-Desktop Drucker oder einfach Desktopdrucker (engl. Desk = Schreibtisch) definieren sich durch ihre kompakte Bauweise, die sie auch auf kleinstem Raum einsatzfähig macht. Die Geräte sind sowohl als Thermodirekt- als auch als Thermotransferdrucker erhältlich und eignen sich für geringe bis mittlere Druckvolumina (ca. 500-1000 Etiketten pro Tag). Desktopdrucker werden oftmals in Büroumgebungen sowie als portable Etikettendrucker genutzt.

Standard Industriedrucker sind große und robust konstruierte Etikettendrucker, die in der Lage sind, eine große Menge an Etikettenmaterial täglich zu bedrucken. Die Geräte sind meist mit einem Metallgehäuse und einer hochzuverlässigen Elektronik und Druckmechanik ausgerüstet. Das Bedrucken von Sonder-Etikettenformaten und großformatigen Etikettenrollen ist für Standard Industriedrucker im Thermodirekt- oder Thermotransfer-Druckverfahren kein Problem. Zudem können die professionellen Etikettendrucker mit passenden Zubehörgeräten (z.B. Etikettenaufwickler, Etikettenabwickler, Cuttermesser etc.) ausgestattet werden.

Weitere Informationen und Hilfestellungen zur Abgrenzung von Mini-Desktop Drucker und Standard Industriedrucker finden Sie in unserem Artikel So kaufen Sie den passenden Etikettendrucker.

  • Was sagt mir die Druckauflösung in dpi?

Druckkopf eines EtikettendruckersDer Druckkopf eines Etikettendruckers besitzt eine bestimmte Druckauflösung in dpi. Das Akronym dpi übersetzt sich hierbei aus dem Englischen dots per inch, was soviel wie Punkte pro Zoll bedeutet. Dots sind einzelne Hitzepunkte am Druckkopf. Ihre Anzahl und Größe bestimmt die dpi-Zahl und damit die zu erwartende Auflösung des Druckbildes.

Doch Achtung! Die Druckauflösung in dpi ist nicht allein entscheidend für das gewünschte Ergebnis beim Druck. In unserem Artikel Welche Druckauflösung ist die Richtige? erhalten Sie wichtige Tipps, um zwischen 203, 300 und 600 dpi-Druckern auszuwählen und erfahren, welche Faktoren außerdem für ein präzises und hochwertiges Druckbild sorgen.

  • Ist eine Druckwalze auch gleich eine Gegendruckwalze?

Druckwalze ist gleich GegendruckwalzeJa, mit den Begriffen Druckwalze, Walzenrolle und Gegendruckwalze wird ein und dasselbe Bauteil am Etikettendrucker beschrieben. Dieses Element befindet sich gegenüber des Druckkopfes und fungiert als Führung und Gegendruck-Komponente beim Bedrucken des Etikettenmaterials mit der punktuell aufgeschmolzenen Thermotransferfolie.

Druckwalzen bzw. Gegendruckwalzen sind beanspruchte Bauteile, die Sie nach jedem 3. Etikettenrollenwechsel reinigen sollten. Eine passende Anleitung zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel Die professionelle Etikettendrucker-Wartung. Nach einiger Zeit kann die Druckwalze Ihres Etikettendruckers verkleben oder abnutzen. Das passende Ersatzteil ist jedoch bei nahezu allen gängigen Etikettendruckermodellen mit nur wenigen Handgriffen ausgetauscht.

  • Ist eine LAN-Schnittstelle auch gleich eine Ethernet-Schnittstelle?

Ja, die Bezeichnung Ethernet und LAN-Schnittstelle definiert ein und denselben Anschluss am Etikettendrucker. Dieser kabelgebundene Port ermöglicht den paketweisen Datenaustausch mit anderen Geräten (z.B. PC, externe Tastatur, Barcodescanner etc.) innerhalb des lokalen Netzwerkes (LAN).

Informationen über weitere wünschenswerte Schnittstellen am Etikettendrucker erhalten Sie in unserem Artikel So kaufen Sie den passenden Etikettendrucker.

  • Wo liegt der Unterschied zwischen internem und externem Netzteil?

Netzteile sind Transformatoren zur Stromversorgung des Etikettendruckers. Ein Netzteil wandelt dabei den vorhandenen Wechselstrom aus der Steckdose in den passenden Gleitstrom für Ihr Gerät um und reguliert zudem die Stromstärke und Stromspannung für den Etikettendrucker.

Das externe Netzteil, welches beispielsweise auch am heimischen Laptop zu finden ist, besteht aus einem Kaltstecker und einem Spannungswandler. Da vor allem der Spannungswandler sehr anfällig sein kann, ist Vorsicht beim Umgang mit externen Netzteilen geboten.

Ein internes Netzteil bietet den Vorteil, dass es bereits im Etikettendrucker verbaut und damit weniger schadenanfällig ist. Für den Anschluss des Etikettendruckers wird lediglich ein Kaltstecker benötigt.

Rund um das passende Verbrauchsmaterial


Rund um das Verbrauchsmaterial

  • Wachsfarbband, Wachs/Harzfarbband, oder Harzfarbband? Welche Farbbandqualität brauche ich für mein Etikettenmaterial?

Die benötigte Farbbandqualität ist abhängig vom zu bedruckenden Etikettenmaterial und dem Einsatzzweck der fertig produzierten Labels. Grundsätzlich wird bei Thermotransferfarbbändern, oder auch Thermotransferfolien, zwischen 3 Farbbandtypen und damit auch Qualitätsstufen unterschieden.

WachsfarbbandDas Wachsfarbband ist ein kostengünstiges Thermotransferfarbband, welches sich für den Thermotransferdruck mit geringen Drucktemperaturen eignet. Die Thermotransferfolie wird für den Farbauftrag auf matten, nicht beschichteten und rauen Papieroberflächen empfohlen. Der Aufdruck ist nur bedingt wischfest und feuchtigkeitsbeständig, weshalb sich die fertig bedruckten Etiketten für trockene Umgebungen mit wenig mechanischer Beanspruchung sowie für kurzfristige Einsätze eignen.

MischfarbbandDas Wachs/Harzfarbband oder Mischfarbband wird dem Namen entsprechend aus 2 Materialien gefertigt. Dank dieser Zusammensetzung bildet die Thermotransferfolie einen Mittelweg zwischen preiswertem Wachsfarbband und hochwertigen Harzfarbband. Der Farbauftrag mit dem Wachs/Harzgemisch erzeugt bei mittlerer Drucktemperatur ein gutes Ergebnis auf matten, nicht beschichteten Papier- und Kunststoffmaterialien. Druckbilder auf Wachs/Harzbasis besitzen eine erhöhte Beständigkeit gegenüber Abrieb und Feuchtigkeit. Chemikalien halten diese Thermotransferfolien allerdings nur bedingt stand.

HarzfarbbandDas Harzfarbband ist eine hochbeständige Thermotransferfolie, die für den Druck erstklassiger Kennzeichnungen verwendet wird. Der Farbauftrag liefert im Thermotransferdruckverfahren auf matten, glatten sowie beschichteten Kunststofffolien aller Art exzellente und präzise Ergebnisse. Die optimale Drucktemperatur für die Verarbeitung fällt je nach Farbband-Hersteller unterschiedlich aus. Ein Thermotransferaufdruck, der mittels Harzfarbband erfolgt ist, hält mechanischen Einflüssen, Feuchtigkeit, verschiedenen Wettereinflüssen sowie den meisten Chemikalien problemlos stand.

Wie Sie zwischen den zahlreichen Angeboten verschiedener Farbbandhersteller unterscheiden können und viele weitere nützliche Informationen zum Thema „Farbbänder“ erhalten Sie in unserem Artikel Thermotransferfolien für Etikettendrucker im Vergleich.

  • Wann brauche ich Etiketten aus Thermodirektmaterial?

ThermodirektetikettenEtiketten, die aus speziellem Thermodirektmaterial bestehen, werden immer dann benötigt, wenn die Beschriftung im kostengünstigen Thermodirektdruckverfahren vorgenommen wird. Das in der Anschaffung äußerst günstige Thermopapier besitzt eine spezielle Oberflächenbeschichtung, die sich durch die gezielte Hitzeeinwirkung beim Druck an den gewünschten Stellen verfärbt. Somit wird für die Bedruckung von Thermodirekt-Etiketten kein zusätzliches Farbband benötigt. Allerdings kann das Material bei Sonnenlicht, Wärme oder Reibung weiter nachdunkeln und besitzt keine lange Beständigkeit.

Selbstklebende Thermodirekt-Etiketten werden auch als Etiketten aus Thermopapier oder Thermo-ECO-Etiketten bezeichnet. Auf Grund ihrer Eigenschaften kommen die Labels in permanent klebender oder ablösbarer Variante vor allem für kurzfristige Kennzeichnungen, wie z.B. im Versandgeschäft, für den Wareneingang und Warenausgang sowie für Kennzeichnungen im Einzelhandel, zum Einsatz. Als nichtklebendes Thermodirektmaterial ist die Kassenrolle, welche für Bons und Quittungen verwendet wird, ein bekanntes Beispiel.

  • Wann brauche ich Etiketten aus Thermotransfermaterial?

ThermotransferetikettenEtiketten aus Thermotransfermaterialien werden für langfristige Kennzeichnung in zahlreichen Anwendungssektoren genutzt. Für ihre Bedruckung im Thermotransferdruckverfahren werden passende Thermotransfer-Farbbänder in unterschiedlichen Qualitätsstufen verwendet.

Thermotransfer-Etiketten können aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt sein (z.B. Papier, Polyester, Sicherheitsfolie, Polypropylen, Polyethylen oder Vinyl) und sind sowohl als permanent klebende oder ablösbare Labels erhältlich. Welches Thermotransfer-Etikett Sie für Ihre Kennzeichnung benötigen, hängt von der zu erwartenden Beanspruchung des Etiketts ab.

  • Was ist die Bahnigkeit der Etiketten?

Die Bahnigkeit einer Etikettenrolle beschreibt die Anzahl der parallel zueinander verlaufenden Etikettenbahnen. Wieviele Bahnen für den Etikettendruck benötigt werden, richtet sich nach dem Anwendungszweck sowie nach dem verwendeten Etikettendrucker. Bei Etikettendruckern können Sie aus zahlreichen Modellen mit 2, 4, 6 oder 8 Zoll Druckbreite wählen. Je nachdem, wie breit das zu bedruckende Etikettenmaterial ist, sind die Bahnbreite und somit auch die Bahnigkeit der Etikettenrolle wählbar.

Einbahnige EtikettenrolleWer einbahnige Etikettenrollen verwendet, hat die Möglichkeit individuelle Einzeletiketten flexibel zu bedrucken. Dies bietet sich zum Beispiel im Versandgeschäft, für die hauseigenen Lagerhaltung oder den Druck von Eigentums- und Inventaretiketten an.

Da die Etikettenbreite für einbahnige Etikettenrollen zudem meist gering ist, kann für den Thermotransferdruck oftmals auf schmalere und damit günstigere Thermotransferfolien zurückgegriffen werden.

Mehrbahnige EtikettenrolleMehrbahnige Etikettenrollen besitzen meist eine erhöhte Etikettenrollenbreite und werden daher gerne für die wirtschaftliche Produktion großer Etikettenstückzahlen genutzt.

Gehen wir also in der Praxis von einer 12-bahnige Etikettenrollen aus, bietet sich der Druck von einem langfristig festgelegten Layout in großer Auflage an. Mit mehrbahnigen Etikettenrollen produzieren Sie so eine große Menge an hauseigenen Etiketten wirtschaftlich und effizient!

  • Was ist ein Haftverbund?

Jedes selbstklebende Etikett besteht aus einem speziellen Haftverbund, der sich aus dem Obermaterial, der Klebstoffschicht und dem Abdeckmaterial zusammensetzt. Der Haftverbund ist die Basis jeder Etikettenrolle und wird auf so genannten Jumborollen vorproduziert. Im Anschluss werden mit Hilfe von Druck- und Stanzmaschinen aus diesem Haftverbund unterschiedliche Etikettenrollen hergestellt.

Sie haben noch Fragen?

Sie sind über einen Fachbegriff gestolpert und wissen nicht weiter? Schreiben Sie unserem Expertenteam und stellen Sie Ihre Frage als Kommentar direkt unter diesem Artikel! Ihre Labelfox-Autoren Carolin Steigenberger und Frank Hoffman freuen sich auf Ihre Anregungen!

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Frank Hofmann

Autor bei Labelfox
Als einer der „alten Hasen“ der Branche liegt es mir sehr am Herzen, meinen Lesern stets relevante und aktuelle Informationen rund um die professionelle Kennzeichnung zu liefern. Der Etikettendruck ist mein Steckenpferd und bietet mir für die objektive Berichterstattung täglich neue Spielräume.
Veröffentlicht am 30. September 2015 von
Frank Hofmann und abgelegt in der
 

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