Memjet Drucktechnik: Aromen-Etikettierung in Höchstgeschwindigkeit

MEM_Etikettenrolle

Die Dreidoppel-GmbH stellt Aromen für die Lebensmittelindustrie her, häufig auf Bestellung und in kleiner Serie. Das Etikettieren der Produkte übernimmt das Unternehmen selbst – mit einer Hochgeschwindigkeits-Labelpresse, die dank einer neuen Tintenstrahl-Technologie des Herstellers Memjet günstiger und schneller arbeitet als jedes Toner-System.

Die rund 150 Mitarbeiter der Dreidoppel GmbH aus Langenfeld beliefern Bäcker, Süßwarenhersteller und andere Lebensmittelunternehmen täglich mit süßen und fruchtigen Aromen. Dabei übernehmen sie von der Entwicklung über die Herstellung bis zur Vermarktungsunterstützung alles, was den Kunden nützt. Rund 40 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten die Hessen auf diese Weise im vergangenen Jahr – zu einem nicht unerheblichen Teil durch das Bearbeiten kundenspezifischer Kleinaufträge.

MEM_Aromenflaschen

Die Waren stellten das mittelständische Unternehmen bis vor kurzem noch vor Probleme: Das Etikettieren der Kleinserien-Gebinde kostete mehr Zeit und Geld, als der Geschäftsführung recht sein konnte. Die Dreidoppel GmbH unterscheidet sich schon lange dadurch vom Wettbewerb, dass sie auch kleine Mengen produziert und auch diese je nach Kundenvorgabe individuell verpackt und gestaltet. Dafür hat die Firma eine ganze Weile lang in Kauf genommen, die Etiketten von externen Dienstleistern beziehen zu müssen – mit entsprechenden Lieferfristen, Aufwand in der Lagerverwaltung und Überschüssen. Doch die immer weiter wachsende Nachfrage machte diesen Weg zunehmend unwirtschaftlich.

Die Verantwortlichen prüften die Optionen und entschieden sich dann dafür, den Etikettendruck ins Haus zu holen: Eine eigene Label-Presse sollte das „Kleinserien-Problem“ ein für allemal beheben.

Kleinstserien wirtschaftlich drucken – in Höchstgeschwindigkeit

Bei der Suche nach geeigneten Pressen stellte die Dreidoppel-Einkaufsleitung jedoch schnell fest: Ein wirklich wirtschaftliches Gerät zu kaufen würde nicht ganz einfach sein. Viele Pressen mit Toner-Technologien eigneten sich nicht für den Druck kleinster und kleiner Auflagen, wie sie bei der Dreidoppel-GmbH anfielen.

Doch dann stießen die Einkäufer auf neue Pressen des Herstellers RTI – und sahen sich am Ziel ihrer Suche. Der Hersteller bietet Label-Pressen mit einem speziellen Tintenstrahl-Druckkopf an – dem „Wasserfall“-Kopf des Technologieunternehmens Memjet. Dieser erlaubt es, Etiketten-Bögen oder -rollen in einer Auflösung von 1.600 dpi und mit einer Geschwindigkeit von 300 Millimetern pro Sekunde zu bedrucken (das entspricht etwa dem Druck einer DIN-A-4-Seite pro Sekunde) – und zwar mit derart günstiger Tinte, dass auch das Drucken kleinster Auflagen von 20 bis 1.000 Stück wirtschaftlich machbar ist.

Labelpresse „RTI Vortex 850R“ mit Memjet-Druckkopf

MEM_Vortex-Drucker

Davon zeigte sich auch die Dreidoppel-Geschäftsführung überzeugt: Das Unternehmen kaufte ein Gerät.

Seitdem steht in der Dreidoppel-Fertigung in Langenfeld eine „RTI Vortex 850R“ Labelpresse mit Memjet-Druckkopf. Das Gerät ist in die Fertigungsstrecke integriert und bedruckt Etiketten „von der Rolle“, die dann sofort auf die unter ihr vorbeiziehenden Aromen-Päckchen geklebt werden. Dabei sorgen Sensoren zur Medienerkennung und zum Aufspüren von Lücken zwischen den Etiketten für einen fehlerarmen Betrieb; Staub- und Schmutzschutzvorrichtungen sowie eine Reinigungsfunktion gewährleisten die Langlebigkeit der Presse. Das RTI-Gerät verfügt über einen integrierten, Windows-kompatiblen Computer, unterstützt die Stapelverarbeitung und ist äußerst einfach zu bedienen.

MEM_Vortex-Drucker-Screen

„Uns war wichtig, dass unsere Produktionsmitarbeiter das Gerät bedienen können. Deshalb haben wir das Gerät vorher getestet – und dabei gesehen, dass auch diejenigen Angestellten das Gerät bedienen konnten, die überhaupt keine Erfahrung im Bedienen vergleichbarer Systeme hatten“, erinnert sich Ralph Blechert, Einkaufsleiter bei der Dreidoppel-GmbH. Vor allem aber, so der Einkaufsleiter weiter, habe die neue Presse von Anfang an alle geschäftlichen Anforderungen erfüllt: „Wir haben jetzt volle Kontrolle über den Druckprozess, mehr Flexibilität, kürzere Vorlaufzeiten und weniger Abfall. Vor allem aber sind wir inzwischen schneller als früher.“

Umweltbewusstsein und Effizienz

Doch Geschwindigkeit ist nicht der einzige Vorteil des neuen Geräts: Da die Dreidoppel GmbH jetzt selbst und in auftragsgemäßen Auflagen druckt, fallen keine überschüssigen Etiketten mehr an – das Unternehmen produziert also weniger Abfall. Zudem verbraucht die Labelpresse weniger Energie als das Toner-Gerät, das beim bisherigen Zulieferer des Aromen-Spezialisten steht. Weil das Tintentropfen-Verfahren zudem umweltfreundlicher ist als das Drucken mit Toner oder lösungsmittelhaltigen Lacken, entsteht bei der Etiketten-Herstellung auch keinerlei Sondermüll. Kurz gesagt: Die Aromen der Dreidoppel GmbH werden jetzt nicht nur schneller und produktiver etikettiert als früher – sondern auch ein wenig nachhaltiger.

Hintergrund: Memjets „Wasserfall“-Druckkopf

Anders als Druckköpfe, die sich hin- und herbewegen, bleibt Memjets patentierter “Wasserfall”-Druckkopf starr – und besprüht das unter ihm durchlaufende Papier über die gesamte Breite hinweg aus über 70.000 Düsen mit bis zu 700 Millionen Tropfen Tinte pro Sekunde. Der Druckkopf ermöglicht das Bedrucken von bis zu 150 mm Papier pro Sekunde (mit Desktop-Labelpressen; Großformat- und Produktionsdrucker erreichen sogar bis zu 300 bzw. 1.400 mm pro Sekunde) in 1.600 dpi und höchster Farbgenauigkeit.

Das vollflächige Bedrucken einer DIN-A4-Seite dauert damit beispielsweise nur noch eine Sekunde – und kostet nur etwa halb so viel wie der Druck auf einem herkömmlichen Gerät mit Toner-Technologie.

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Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.

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Veröffentlicht am 10. August 2015 von
Carolin Steigenberger und abgelegt in der
Kategorie: Anwenderberichte.
 

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