Sicherheitsetiketten: Ein Hilfsmittel für mehr Transportsicherung

Nicht nur an Solaranlagen macht der Einsatz von Sicherheitsetiketten Sinn. Wir stellen Ihnen noch eine andere interessante Verwendungsmöglichkeit von Etiketten vor und unternehmen einen kleinen Ausflug in das Transportwesen:

Sicherheitsplomben für Überseetransporte und Ladungsschutz

Sicherheitsplomben für Überseefrachtcontainer.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Waren und Güter sind oft dazu bestimmt, über Straßen-, Schienen-, Luft- oder Wasserfahrzeuge von A nach B zu gelangen. Dabei wachsen die Anforderungen im Bereich Ladungsschutz stetig, denn diese Waren müssen vor Manipulation und unbefugten Zugriffen geschützt werden. Ein wichtiger und international gesetzlich geregelter Teil im Transportprozess ist daher die Zugriffsicherung. Diese spielt vor allem bei Überseetransporten eine übergeordnete Rolle.

Letztendlich wären der Einsatz von Schloss und Schlüssel sowie die Übermittlung einer Zahlenkombination viel zu aufwendig, um Container, Frachtbehälter oder Kisten sicher zu verschließen. Plomben dagegen lassen sich nur mit schwerem Gerät öffnen. Außerdem werden sie mit einer unverwechselbaren fortlaufenden Seriennummer/Siegelnummer ausgestattet. Anhand derer wird überprüft, ob sich am Zielort noch die Original-Plombe befindet. Die Siegel nehmen folglich eine zentrale Rolle ein und sollten dementsprechend nach aktueller Norm zertifiziert sein.

Neue Sicherheitsstandards für Barriere-Sicherheitsplomben

Soll ein Fracht-Container über die Weiten der Meere verschifft werden, gewinnen insbesondere Hochsicherheitsplomben (High Security Seals) an Bedeutung. Die mechanische Frachtsicherung durch diese Plomben wurde mit Einführung des C-TPAT-Programms und des ISPS-Codes festgelegt. Das „ideale“ Containersiegel für Seefracht-Container muss dabei nach dem internationalen Standard ISO/PAS 17712 zertifiziert sein. Hersteller von Plomben müssen sich nach diesem Standard richten. 2013 wurde eine neue Fassung dieser ISO ausgegeben, wodurch es auch zu Zahlungen für Nachverplombungen und Verzögerungen in der Zollabwicklung durch ältere Siegelbestände kommen kann. Die Praxis zeigt, dass Etiketten ein Hilfsmittel sein können, um die neue ISO 17712 konsequent und frühzeitig umzusetzen.

Etiketten für ein sicheres und zuverlässiges Plombierungssystem

Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei Möglichkeiten vor, wie Siegeletiketten und einfache Folienetiketten die Siegelkennzeichnung an Plomben verbessern können und damit die Schutzwirkung weiter verstärken:

Etiketten mit QR-Code zur Herstellerkennung

Siegeletikett mit QR CodeDie neue ISO für Hochsicherheitsplomben empfiehlt in der Fassung von 2013 eine Herstellerkennung in Hochsicherheitssiegeln anzubringen. Um dieser Empfehlung nachzukommen, können Hochsicherheitsplomben beispielsweise mit einem entsprechenden Etikett und QR-Code ausgewiesen werden. Der QR-Code auf diesen Etiketten kann dafür sorgen, dass es jedem Akteur der Lieferkette unabhängig von Ort und Zeit möglich ist, die wesentlichen Informationen über Hersteller, Siegel und Zertifikat an der Container-Plombe abzulesen. Ein weiterer Vorteil eines solchen Codes ist auch, dass er selbst mit 30% zerstörter Fläche noch ausgelesen werden kann.

Die Siegeletiketten haben noch einen weiteren Vorteil: Sie schützen vor Manipulationsversuchen sowie unautorisierten Zugriffen und bieten einen Übertragungsschutz. Bei einem Abziehversuch wird das Etikett zerstört, da Siegeletiketten hohe Haftkräfte und spezielle Folieneigenschaften (selbstzerstörende Dokumentenfolie) besitzen. Manipulationsversuche sind durch entstehende Risse sofort sichtbar, denn Sicherheitsetiketten zerfasern in kleine Teile und sind damit gleichzeitig optimale Verschlusssiegel.

Wiederablösbare Dokumentenfolien-Etiketten mit Barcode

Die Verwendung von Hochsicherheitssiegeln zur Sicherung von Überseefracht-Containern unterliegt gesetzlich der Dokumentationspflicht. Die einzigartige und fortlaufende Nummerierung von Plomben muss auch entsprechend in den begleitenden Frachtpapieren vermerkt sein. Da die Pflege der Siegel zumeist von Hand erfolgt, kann es zu Fehlern beim Ablesen kommen. Abhilfe könnten hier Barcode-Etiketten schaffen.

Wiederablösbare Polypropylen-Etiketten eignen sich für solche Zwecke bestens: Sie sind relativ steif, reißfest, witterungs- und lösungsmittelbeständig und noch dazu bedruckbar. Denkbar ist, das Etikett mit einer zum Plomben-Siegel identischen Nummerierung und einem zusätzlichen Barcode auszustatten. Das Etikett selbst erlaubt dann das Wiederablösen von der Plombe und das Einkleben in die Dokumentation. Der Barcode wiederum vereinfacht die elektronische Verarbeitung der wichtigsten Siegel-Daten, da diese zentral in einer Datenbank erfasst werden. Ändert sich etwas an diesen Daten muss die Dokumentation nicht manuell angepasst werden.

Einfaches Bedrucken der Etiketten mit einem Thermotransferdrucker

Diese Verwendungsmöglichkeiten stellen auch besondere Anforderungen an den Etikettendruck. Ein Barcodedrucker liefert schnell und präzise Barcodes oder QR-Codes. Da für Plomben auch runde Siegeletiketten verwendet werden können, eignen sich besonders Thermotransferdrucker, die:

  • auch sehr kleine und runde Etiketten verarbeiten
  • eine reduzierte Druckgeschwindigkeit für schwer bedruckbare Materialien ermöglichen
  • 1D und 2D Barcodes drucken

Hierfür kommt beispielsweise der CAB A4+ Etikettendrucker in Frage. Prinzipiell ist auch der Einsatz von Laser- oder Tintenstrahldruckern möglich, allerdings kann es hierbei zum Ausfransen und Verwischen des Druckbildes kommen. Für sehr gut lesbare 1D und 2D Barcodes raten wir Ihnen daher eher zu einem Thermotransferdrucker, denn dieser liefert eine höhere Kantenschärfe.

Labelfox-Fazit:

Etiketten ahoi! Der Einsatz von Etiketten im Bereich der Überseetransporte ist simpel und zugleich effektiv. Etiketten in dieser Form sind Siegel, die die Vorteile mechanischer Bolzenplomben mit elektronischer Technologie verbinden. Mit Ihnen lässt sich nicht nur Manipulationsversuchen, sondern auch manuellen Dokumentationsfehlern in der Sicherheitskette vorbeugen. Zusätzlich erspart die Anbringung von Siegeletiketten Zeitverzögerungen und Nachversiegelungskosten. Da die Siegelnummern, -farben und -markierungen generell bis auf sieben Jahre nachvollziehbar nachgewiesen werden müssen, erweisen sich Barcode-Etiketten als besonders sicher und zuverlässig.

Wir finden, der Einsatz von Etikettenmaterialien im Bereich der Sicherheitsplomben kann sich durchaus bewähren. Es ist eine clevere Idee Etiketten für den Ladungsschutz und die Dokumentation zu benutzen!

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Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.

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Veröffentlicht am 19. September 2014 von
Carolin Steigenberger und abgelegt in der
 

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