Sicherheitsetiketten mit QR-Code machen Solarmodule diebstahlsicher

„Diebesbanden montierten nachts 147 Solarmodule ab und fuhren davon…“
(Quelle: www.mz-web.de)

„Unbekannte Täter haben am Flugplatz mehr als 130 Photovoltaikmodule gestohlen, der Schaden beläuft sich auf rund 100.000 €…“ (Quelle: www.nordbayerischer-kurier.de)

Solarmodul

Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

Diese Schlagzeilen mögen wohl auch eine der Gründe gewesen sein, die Frank Fiedler, Geschäftsführer der Firma SecondSol GmbH in Meiningen und dessen Geschäftspartner Stefan Wippich auf die Idee gebracht haben, dem Solar-Diebstahl entgegenzuwirken.

Ihre findige Idee sorgt derzeit für Aufsehen in der Solarbranche und in der Presse. Denn dank ihnen lassen sich Solarmodule, die mit einem QR-Code gekennzeichnet wurden, nun erstmals identifizieren und rückverfolgen. So kann bei einem Diebstahl das Modul dem tatsächlichen Eigentümer anhand einer Datenbank zugeordnet werden.

Sicherheitsetiketten mit QR-Code für Solarmodule

Um Solarmodule und Wechselrichter vor Diebstahl zu schützen, wird ein „EIN-Code“ – eine Eigentümer Identifikationsnummer – generiert. Der Code, welcher mit jedem Smartphone scannbar ist, wird auf dem QR-Sicherheitsetikett abgebildet. Dieses kennzeichnet nun eindeutig den Eigentümer und den Standort des Solarmoduls.

Der Clou: Ist das Sicherheitsetikett mit QR-Code einmal am Solarmodul angebracht, ist es nicht mehr unbemerkt abzulösen!

Sicherheitsetikett LabelidentEin eingebauter Sicherheitseffekt wird beim Abziehversuch sichtbar: Die Folie des Etiketts spaltet sich auf und hinterlässt auf dem Untergrund ein Schachbrettmuster, auch „Checkerboard“ genannt. Das Etikett selbst besteht aus einer mehrschichtigen, silberfarbenen Polyesterfolie, die äußerst strapazierfähig und witterungsbeständig ist.

Der Verkauf von gestohlenen Panels inkl. QR-Code Sicherheitsetikett wird erschwert, denn das Schachbrettmuster bleibt auf den Produkten haften, kennzeichnet sie damit eindeutig als gestohlene Ware und ist nur schwerlich wieder ablösbar. Mehr dazu sehen Sie in diesem Beitrag von RTL:

Sicherheitsetiketten mit QR-Code: Diebstahlprävention ohne hohe Kosten

Sicherheitsetikett Second SolDie Möglichkeiten, eine Solaranlage vor Diebstahl zu schützen, sind sehr variabel, allerdings auch meist sehr kostspielig.

Manche Anlagen werden durch die Verwendung von mechanischen Vorkehrungen (z.B. Spezialschrauben, Innensechskant mit Gießharz aufgefüllt etc.) geschützt. Diese Varianten sollen die Demontage erschweren oder gar unmöglich machen.

Die Eigentümer der Solarmodule sind so zwar vor der unerlaubten Entwendung geschützt, aber bei anfallenden Reparaturarbeiten am Modul sind ein Fachmann und teures Spezialwerkzeug gefragt.

Auch elektronisch kann man sich vor Diebstahl wappnen: So sorgen integrierte Chips dafür, dass die Module anhand eines Sicherheitscodes nicht wieder in Betrieb genommen werden können, sobald sie einmal demontiert wurden. Weiterhin werden manche Photovoltaik-Anlagen mit großflächiger Videoüberwachung geschützt. Diese Möglichkeiten bedeuten für den Betreiber der Anlage jedoch ebenfalls kontinuierlich hohe Kosten.

Aus diesem Grund scheint die Idee, anhand von Sicherheitsetiketten mit QR-Code das Eigentum zu schützen, völlig simpel, einzigartig und im Vergleich unschlagbar effektiv und günstig zu sein!

Welche Sicherheitsetiketten mit QR-Code gibt es für meine Solaranlage?

Es existieren aktuell zwei QR-Label Varianten für die Solaranlage. Ein Eigentümer, der Installationsort und die Komponenten des Solarmoduls lassen sich damit klar zuordnen:

  1. Sicherheitsetiketten mit QR-Code und fortlaufender Seriennummer: Bei diesem QR-Label wird der vorhandenen Produktseriennummer des Solarmoduls ein spezieller, individueller QR-Code zugeordnet.
  2. Sicherheitsetiketten mit QR-Code und einheitlicher Seriennummer: Ein einheitlicher QR-Code wird allen Produktseriennummern einer Photovoltaik-Anlage zugeordnet. Diese Variante ist bei der Nachrüstung von Modulen in bereits bestehenden Photovoltaik-Anlagen interessant.

PV-Diebstahl.de – Das Diebstahlregister für Photovoltaik-Produkte

Dank der SecondSol GmbH gibt es ein deutschlandweites Diebstahlverzeichnis, in welchem Photovoltaik-Diebstähle, mit der Eintragung von Seriennummer, Hersteller und erbeuteter Menge registriert werden können. Es ist ratsam, bei einem geplanten Kauf auf dem Solar-Gebrauchtmarkt, einen Blick in das Diebstahlregister zu werfen, damit sich ein sogenanntes „Schnäppchen“ nicht im Nachhinein als „geklaut“ entpuppt.

Das Diebstahlregister ist gleich in mehrerer Hinsicht dienlich:

  1. Gestohlene Produkte sind eingetragen und einsehbar für den Solar-Gebrauchtmarkt, um Hehler-Ware auszuschließen.
  2. Der Abgleich von Seriennummer und Hersteller ist für Käufer und Verkäufer
    hilfreich.
  3. Erstmals gibt es eine Übersicht der in Deutschland verübten Diebstähle. Statistische Erhebungen (z.B. Wie häufig sind Solardiebstähle? Welche Stückzahlen wurden gestohlen?) sind nun möglich.
  4. Die Website bietet eine Fülle von Informationen für Photovoltaik-Besitzer, für Versicherungen sowie für mögliche Investoren und dient als Fahndungshilfsmittel von Zollbehörden und der Polizei.

Wie registriere ich meine Photovoltaik-Anlage im Diebstahlregister?

Die Registrierung der eigenen Photovoltaik-Anlage erfolgt ganz einfach mit Hilfe einer speziell entwickelten Registrierungsdatenbank. Unter der Internetadresse www.PV-Diebstahl.de können die Daten des Solarmoduls oder des Wechselrichters kostenfrei registriert werden. Benutzername oder Email-Adresse sowie Passwort sind dafür erforderlich.

Für die Registrierung der Photovoltaik-Anlage sind folgende Daten notwendig:

  1. Hersteller
  2. Typ
  3. Seriennummer
  4. Tag des Diebstahls
  5. Ort des Diebstahls

Mit diesen Angaben ist die Solaranlage nun registriert und dem tatsächlichen Eigentümer zuzuordnen.

Labelfox-Fazit

Smarte und intelligente Ideen, wie der Einsatz von Sicherheitsetiketten mit QR-Code auf Solarmodulen sollten in der Solarbranche gängige Praxis sein! In der Kombination mit dem PV-Diebstahlregister der SecondSol GmbH sind teure Photovoltaik-Anlagen effektiv vor Diebstahl geschützt und nachvollziehbar registriert, was den Weiterverkauf von Hehler-Ware zunehmend erschweren dürfte.

Sicher ist: Ein Diebstahl ist ein Diebstahl zu viel! Allerdings wissen wir auch, dass Langfinger sich wohl nicht ganz von ihren bösen Absichten abhalten lassen. Mit einem einfachen Sicherheitsetikett inklusive QR-Code kann man ihnen jedoch auf günstige und schlaue Weise das diebische Geschäft vermiesen.

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Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.

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Veröffentlicht am 11. September 2014 von
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Ein Kommentar zu "Sicherheitsetiketten mit QR-Code machen Solarmodule diebstahlsicher"

[…] nur an Solaranlagen macht der Einsatz von Sicherheitsetiketten Sinn. Wir stellen Ihnen noch eine andere interessante […]

 

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