Lärmschutzunterweisung – ein praktischer Vorschlag

Viele Beschäftigte sträuben sich, den vorgeschriebenen Gehörschutz auch wirklich konsequent anzuwenden – mal aus mangelnder Einsicht, mal aus Bequemlichkeit. Für Sie als Sicherheitsfachkraft bzw. Arbeitgeber bedeutet dies eine immerwährende Informations- und Motivationsarbeit. Laut Dekra (Arbeitssicherheitsbarometer 2011) wird eine Mitarbeiterschulung als sehr effektiv eingeschätzt. Nutzen Sie daher die nächste Gehörschutzunterweisung, um die Folgen von Gehörschädigungen praktisch erlebbar zu machen. „HearLoss“ hilft Ihnen dabei.
HearLoss ist ein im Internet kostenlos verfügbares Softwareprogramm, das vom University College London entwickelt wurde. Der Hörverlust-Demonstrator kann Audiodateien mit Sprache, Musik oder typischen Hintergrundgeräuschen einzeln oder gleichzeitig wiedergeben, wobei Sie die Möglichkeit haben, durch variable Einstellungen unterschiedliche Stufen des Hörverlusts zu simulieren. So können die Zuhörer verschiedene Aspekte der Hörschädigung praktisch erleben, nämlich

  • den Lautstärkeverlust, Einschränkungen in der Wahrnehmung hoher Tonfrequenzen (Frequenzverluste)

und

  • den Verlust des Unterscheidungsvermögens von Tonhöhen (Verlust der spektralen Genauigkeit).

Der Lärmbelastungsrechner, den das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) kostenlos im Internet anbietet, demonstriert: „wo die Schwerpunkte Ihrer individuellen Lärmbelastung liegen und wann sich aus dieser Belastung möglicherweise ein Hörverlust entwickelt.“

So funktioniert es:

  1. Gehen Sie auf die Website www.phon.ucl.ac.uk/resource/hearloss.
  2. Laden Sie folgende Datei herunter ftp://ftp.phon.ucl.ac.uk/pub/sfs/hearloss/hearloss120german.exe und speichern Sie sie auf Ihrem PC.
  3. Zum Installieren des Programms doppelklicken Sie das Dateisymbol hearloss120german.exe und folgen den weiteren Installationsanweisungen.
  4. Öffnen Sie schließlich zum Starten des Programms die Datei hearloss.exe.
  5. Wenn sich das Programmfenster geöffnet hat, können Sie durch Klicken auf die Buttons „Sprache“, „Musik“ oder „Hintergrundgeräusche“ mit der Wiedergabe beginnen. Über Schieberegler stellen Sie dann die Hörverlusteffekte stufenweise ein.

So wenden Sie das Programm an:

Insbesondere in geräuschvoller Umgebung haben Menschen mit Hörverlusten Probleme, Sprache richtig zu verstehen. Dies können Sie eindrucksvoll demonstrieren, indem Sie die 3 Audio-Dateien „Sprache“, „Musik“ und „Hintergrundgeräusche“ gleichzeitig wiedergeben.

Praktischer Vorschlag für den Aufbau Ihrer Lärmschutz-Unterweisung:
Beginnen Sie mit der Musikwiedergabe und stellen Sie dabei die Lautstärke so ein, dass jeder sie gut hören kann. Erklären Sie den Teilnehmern, dass Hörverlust nicht „alles oder nichts“ bedeutet, sondern dass es sich dabei um einen stufenlosen Prozess handelt. Demonstrieren Sie dies, indem Sie leichte, mittlere und schwere Gehörverluste simulieren. Wiederholen Sie dies nun mit der Sprachwiedergabe. Machen Sie Ihren Zuhörern dabei klar, welche sozialen und beruflichen Nachteile es hat, einer Teambesprechung nicht mehr mühelos folgen zu können.

Gebotszeichen: Gehörschutz
Durch Gebotszeichen machen Sie auf Gefahren am Arbeitsplatz aufmerksam, wodurch Unfälle bei der Arbeit verringert werden können. Mit dem Gebotszeichen “Gehörschutz tragen” zeigen Sie dem Arbeitnehmer, wann es nötig ist, den Gehörschutz zu tragen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über das Gebotszeichen.

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Carolin Steigenberger

Autorin bei Labelfox
Ich bin extrem neugierig und möchte nie auslernen, was mir in meinem Beruf natürlich oft zu Gute kommt. Als Bloggerin für die Kennzeichnungsbranche macht es mir Spaß, scheinbar eintönige Themengebiete und Sachverhalte von immer neuen, spannenden Seiten zu beleuchten.
Veröffentlicht am 17. Oktober 2011 von
Carolin Steigenberger und abgelegt in der
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